Ihr Verein fehlt noch ?
Hier eintragen
Obst- und Gartenbauverein Hedelfingen e.V.
Wenn Sie sich mit Ihrem Garten ein Rückzugsgebiet und eine Insel der Ruhe und Entspannung schaffen wollen - oder sich an der Schönheit und Faszination der Natur begeistern wollen - sind Sie beim OGV–Hedelfingen genau richtig.
Wir stehen Ihnen mit Schnittkursen, Tipps und Informationen zur Seite.
Historie der Vereinsgärten
Der Obst- und Gartenbauverein Hedelfingen wurde 1912 gegründet. Bereits im 2. Jahr seines Bestehens wurde auf dem ehemaligen Charlottenplatz (Hedelfinger Platz) ein 5 Ar großer Versuchsgarten gepachtet und dann angelegt. Bereits damals waren Rundgänge und praktische Unterweisungen bei Winterbaumschnitt, sowie Sommerschnitt ein wichtiger Punkt für die Weiterbildung der Mitglieder. Der Verbreiterung der Hedelfinger Straße als repräsentative Straße mit dem zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn fiel dieser Vereinsgarten dann zum Opfer.
Der Verein kaufte daraufhin einen Garten in der Gemarkung Seeacker. Auch dieser Garten wurde zum reinen Erwerbsobstbaumgarten ausgebaut. 1939 begann die Stadt Stuttgart mit den Grundbesitzern zu verhandeln, um Fläche für das geplante Neckarhafengebiet zu erhalten.
1956 wurde der dritte und noch heute im Besitz befindliche Vereinsgarten mit Anteilsscheinen der Mitglieder in Höhe von DM 5,00 auf der Burg gekauft. In diesen Garten wurde abermals viel Mühe hineingesteckt.
Der Aus- und Aufbau des Gartens erfolgte wieder als reiner Nutz- und Erwerbsgarten.
Mit Übernahme der 1. Vorstandschaft durch Hermann Jung (1968) änderte sich das Gesicht des Vereines und auch des Vereinsgartens. Hermann Jung und sein damals tätiger Ausschuss investierten viel Mühe und Geld in die Umgestaltung. So wurden eine Staudenecke eingerichtet, Ziersträucher gepflanzt und der Liebhaberobstbau ausgebaut. Das noch heute bestehende Gartenhaus wurde gekauft und aufgebaut. Der „Tag der offenen Tür“ wurde eingeführt und mit großem Erfolg bis heute durchgeführt. Die hohen Besucherzahlen sprechen für sich.
In der Beiratssitzung vom 22.3.93 schlug Hermann Jung einen weiteren Umbau des Vereinsgarten vor. Noch mehr ökologische Gesichtspunkte sollten berücksichtigt werden. Die im Vorfeld von Martin Bücheler und Waldemar Haigis gemachten Pläne wurden diskutiert und geändert. Aufgrund des einstimmigen Beschlusses von Vorstand und Beirat wurden die ersten Arbeiten im Sommer 93 begonnen. Planungen ab 1993
Um die Ausmaße des Umbaues des Vereingartens festzustellen wurde von Waldemar Haigis ein Bestandsplan erstellt. In diesem sind die Höhen sowie die Abböschungen festgehalten.
Hermann Jung, Martin Bücheler sowie die weiteren Mitglieder im Vorstand und Beirat des Vereines berieten in verschiedenen Sitzungen die Veränderungen, die im Vereinsgarten gemacht werden sollten die Veränderung vom Nutz- und Schaugarten zum Vorzeigegarten mit ökologischen Schwerpunkten.
Ein wesentlicher Punkt dabei war die Schaffung von Terrassen ohne Böschungen, bzw. die bisherigen Böschungen durch Trockenmauern zu ersetzen. Besonders in unserem Gartengebiet war dies fast zwingend, da terrassierte Weinbaugebiete von Hedelfingen und Rohracker den Garten eingrenzen. Diese Tradition sollte unbedingt in den Garten eingebunden werden. Die Trockenmauern bieten wesentlich mehr Lebensmöglichkeiten für Pflanzen und Tiere. Aus der Weinbergumlegung 1982 in Hedelfingen konnten Sandsteine von abgerissenen Mauern ohne große Transportwege (50 m Luftlinie) im Garten verwendet werden. Diese Möglichkeit rundete die ökologischen Gesichtspunkte voll ab.
Zusätzlich sollte ein Feuchtbiotop entstehen. In Form eines Tümpels, der Tieren die Möglichkeiten zum „Wasser trinken“ bietet und Beispiele für kleinstmögliche Wasserflächen aufzeigt. Gespeist werden sollte der Tümpel mit Regenwasser, „aufgefangen“ vom Dach des Gartenhauses.
Der Vorschlag von Martin Bücheler, einen Steinhaufen zu errichten, mit Steinen und sonstigem, das sich bei den Umbauarbeiten findet, um allen möglichen Tieren Platz und Unterschlupf zu bieten, fand nicht bei allen Diskussionsteilnehmen Beifall. Doch die Möglichkeit, diesen Steinhaufen zuzupflanzen und die Vielfalt der Tiere, die dort Lebensmöglichkeiten finden, zerstreuten die Bedenken in Kürze.
Auch die alte, nicht mehr benötigte, Holzleiter sollte ihren Platz im umgestalteten Garten finden. Kletterrosen und Clematis finden in Zukunft dort dann ihre Möglichkeiten.
Der vordere Bereich sollte mit Sandsteinquadern und viel Pflanzflächen gestaltet werden. Die Pflanzungen sollten nach den ersten Umgestaltungsmaßnahmen jeweils vor Ort besprochen werden.
Umgestaltung
Nachdem die Planungen gemeinsam abgeschlossen waren, wurde mit dem Umbau begonnen. Über mehrerer Jahre zogen sich die Arbeiten hin.
So wurden zuerst die alten Mauersteine von der Hedelfinger Weinbauumlegung geholt, gesäubert und anschließend nach Schichthöhen sortiert.
Danach wurden die Mauern von Martin Bücheler und seinen Helfern Schicht für Schicht aufgebaut. Besonderen Wert wurde auf die fachgerechte Arbeit und der Gegend angepaßte Mauerstruktur gelegt.
Lagenweise Hintermauerung mit großen Steinen, ausgeklemmt mit kleinen Steinen, die unterste Lage der Hintermauerung ca. 60 cm tief sich verjüngend auf ca. 20 cm bis zur 2. obersten Lage, über jede Lage der Hintermauerung wurden ca. 2 cm Erdabdeckung gefüllt. Die Ecksteine wurden waagerecht ausgebildet, Anlauf der Ecksteine im Stein eingearbeitet, die Ecküberbindung entsprach mindestens eine Steinhöhe, für die oberste Schicht wurden besonders schwere Steine ausgesucht und verwendet, die Stoßfugen wurden beim Mauerbau mit schwachwachsenden Stauden bepflanzt. Diese Bepflanzungen haben sich sehr gut durchgesetzt und hervorragend bewährt.
Die Mauern wurden nach und nach erstellt.
Ein besonderer Blickpunkt und unser Stolz ist die doppelhäuptige Mauer, so ist im oberen Teil eine Ebene geschaffen worden, die vorher abgeböscht war, gleichzeitig ein Bepflanzung in der Mitte der doppelhäuptigen Mauer und Sitzflächen, die gerne bei Führungen und Besuchen genutzt werden.
In diesen Zuge wurde auch das Feuchtbiotop gestaltet, so steht der Fuß der Mauer im Wasser. Mit Regenwasser, das vom Gartenhaus aufgefangen wird, wird der „Tümpel“ immer wieder mit gespeist. Molche, Wasserläufer, Libellen sind hier zu Hause. Alle Arten von heimischen Singvögel besuchen den Tümpel zum Wasser trinken
Die bei den Umgestaltungsmaßnahmen gefundenen Scherben, Steine und viele andere „interessante Dinge wurden gesammelt und nicht abgefahren um Müll- oder Schuttdeponie aufzufüllen. Der bereits in den Planungen erwähnte Steinhaufen wurde damit erstellt. Um einen, ebenfalls bereits vorhandenen, Pfosten wurden rundum die verschiedenen „Fundstücke“ geschichtet. Jetzt fanden hier Igel, Eidechsen, Kleingetier, Wildbienen, Hummeln und vieles mehr eine neue Heimat, die stark frequentiert wird. Gleichzeit wachsen Kletterwildrosen über den Steinhaufen und finden hervorragende Halt und Lebensmöglichkeiten. Oben sind sukkulente Pflanzen, Feigenkaktus, gepflanzt.
Auch Bäume bieten Kletterpflanzen, Rose und Clematis halt und Wachsmöglichkeiten, so sind unter der Sauerkirsche und dem Birnbaum Pflanzinseln entstanden.
Die alte Holzleiter fand statt einer Entsorgung, ebenfalls einen ausgezeichneten Platz. Unterhalb der Leiter wurde die Kletterrose Albertine gepflanzt, sowie Wildclematis Im Sommer ist diese alte Leiter nicht mehr wieder zu erkennen. Sie ist ein Blick- und Höhepunkt im Garten geworden.
Auf einer der erstellten Mauern wurde ein Kirschbaum, natürlich ein „Hedelfinger Riese“, gepflanzt, eingeladene Kinder konnten an diesem „Pflanzereignis“ teilnehmen und anschließend den Baum angießen. Dabei wurde die Pflanzung und der Sinn und Zweck des Angießens erläutert. Immer wieder schauen die teilnehmenden Kinder nach „ihren“ Kirschbaum.
Zum Abschluß wurde der vordere Bereich gestaltet, so wurden große Sandsteinquadern eingebaut. Die Pflanzflächen wurden nach Lebensbereichen gegliedert und die Pflanzenauswahl der vollen Sonnenlage angepaßt, um den Pflegeaufwand möglichst gering zu halten und auch aufzuzeigen, daß durchaus eine attraktive Pflanzung (kaum gießen) zu bewerkstelligen ist.
Es ist ein Übergang zum Rosenbeet und Prachstaudenbeet. Eine absolute Inspiration für Spaziergänger.
1998 bekam der Obst- und Gartenbauverein einen Umweltpreis der Landeshauptstadt Stuttgart für seinen Vereinsgarten überreicht.
Der Vereinsgarten wurde für Gruppen und Besucher geöffnet.
Führungen und unser „Tag der offenen Tür“ bieten der Öffentlichkeit die Möglichkeit, Anregungen für den eigenen Garten zu gewinnen. Oft und gerne führt auch unser ehemaliger 2. Vorstand Kurt Bücheler, der den Garten pflegt, unangemeldete Vorbeigeher durch den Garten. So waren unter vielen anderen: der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Stuttgart, der Gesangsverein Beffendorf aus den Schwarzwald, der Obst- und Gartenbauverein Heumaden, eine Gruppe des Amt für Umweltschutz, Naturschutzwarte Stuttgart zu Gast.
Obst- und Gartenbauverein Hedelfingen e.V.
Michael Wießmeyer
Ruiter Str. 3
70329 Stuttgart Hedelfingen
Tel.: 0711 427469
E-Mail: MWiessmeyer@aol.com
Internet: http://www.ogv-hedelfingen.de
zurück